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JANS BLINKENDE WELT - AUF DER ANDEREN SEITE
Kritik von Jochen P. Heite, Maler, "black-painter"
Wäre der Buchtitel nicht schon in der Literatur vergeben, hätte der Roman sehr gut "Der Spieler" heißen können. Nach der Lektüre fühlt sich der Leser mit dem von der Autorin gewählten Untertitel sehr verstanden, ist von ihr doch mit DIE ANDERE SEITE das Leben eines Menschen, seine Haltungen und Beziehungen gemeint.
Sich als Autor mit Suchtverhalten in einem Roman zu befassen, Situationen darin zu komponieren, ist kein leichtes Unterfangen, kommt er doch nicht darum herum, den bekannten Weg in die Sucht zu beschreiben. Und so raffiniert er es denn auch für den verwöhnten Leser vorhätte – dann auf ein Happy End herauszukommen, sich nicht nur an der menschlichen Katastrophe zu weiden, das verlangt schon einiges Geschick ab, zumal als Debütantin.
In der darstellenden Kunst des Theaters sind es die Nebenrollen, in der Bildenden Kunst sind es der Raum und der Hintergrund, die das Bildobjekt oder den Protagonisten tragen und zur Geltung bringen: "… den König spielen die anderen …!"
Charlotte Buchholz scheint diese Erfahrung für sich umgekehrt zu haben. Es scheint, als nähme sie den Spieler mit nur sparsamen Beschreibungen - seines Äußeren, seines Verhaltens – heraus aus dem Roman, heraus aus meinem Mitgefühl für ihn, seine Gewinne und Verluste, seine Schuld. Das hilft ihr, nicht unmittelbar nur die Spielsucht zu meinen, sondern jegliche Sucht überhaupt, und so nicht ausschließlich die Hauptfigur als "Täter" zu belasten.
Der Leser selbst steht so dem Kreis der anderen Figuren gegenüber – einer Reihe mehr oder weniger angenehmer, krankhaft aufopferungsbereiter Typen, voller Galgenhumor, wie auch einer außergewöhnlichen, ihn zu Tränen rührenden, Figur.
Der Autorin gelingt es so, etwas zu schaffen, das sie möglicherweise nicht vorhatte – Kunst! Wie Picasso formulierte, nichts zu suchen, aber zu finden – so findet der Leser in diesem Roman – jeder für sich – was die Autorin wohl auch meinen könnte.

Mario Schattney, Redakteur, im Automatenmarkt Januar 2018
Textkritik: Nichts für Mädchen
Malte Bremer, literaturcafe,de, 18. August 2015:
Eine kleine, unprätentiöse Erzählung, der man sich gerne überlässt. Kleinigkeiten stören – aber die sind schnell behoben. Schwerer wirkt, dass das Thema der Überschrift zu wenig vertieft wird.
Bevor ich mich entscheiden konnte, meinen ersten Band mit Kurzgeschichten zu veröffent-lichen, wollte ich das Urteil eines Profis - Malte Bremer, Germanist, der auf dem Portal literaturcafe.de eingereichte Texte kritisiert - und wie! Er vergibt Brillen, von Null bis fünf. Mir gab er vier, damit war ich sehr zufrieden für meine ersten Schritte in die Welt des litera-rischen Schreibens und mit der ausführlichen Kritik ebenso. Im selben Jahr erschien mein Band mit Kurzgeschichten „Verpasst“.
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